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Projektwoche in Ludbreg/ Kroatien – „Lauf in meinen Schuhen“: Begegnung und Zusammenleben mit Menschen mit Behinderung


Vom 12. bis 16. Juli hat in Ludbreg / Kroatien eine weitere Projektwoche für neue und begeisterte Jugendliche stattgefunden. Im Rahmen der Projektwoche trafen die Jugendlichen auf andere Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen. Durch das gemeinsame Zusammensein in Form von Spielen und Austausch konnten Jugendliche sensibilisiert und für das Engagement motiviert werden.

Schon seit mehreren Jahren organisieren der Pfarrer Leonardo Šardi, Frau Ivana Peček und Frau Anika Sacic Projektwochen in Ludbreg. Neben der ständigen Zusammenarbeit mit der Kommende Dortmund stand bei dieser Projektwoche auch das Bistum Varaždin als Partnerin zur Seite. Der Fokus der Projektwoche lag dieses Mal auch auf der Sensibilisierung für- und dem Zusammensein mit Menschen mit Behinderung.

Aufgrund der Corona-Pandemie verlief die Projektwoche dieses Mal etwas anders. Der erste Tag war dem Kennenlernen und der Einführung in die Grundlagen von socioMovens gewidmet. Am zweiten Tag stand dann die Einführung in die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen im Mittelpunkt. Hierbei wurden die Jugendlichen in unterschiedlichen Workshops auch auf verschiedene Arten von Behinderungen vorbereitet.

An den weiteren Tagen waren dann 10 Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen bei den Jugendlichen der Projektwoche zu Besuch: Menschen mit Blindheit, Menschen mit Taubblindheit und Menschen mit körperlicher- und geistiger Behinderung. Das Zusammensein in Form von Spielen, Austausch und Basteln bereitete allen Anwesenden viel Freude.

Wie es bei den Projektwochen üblich ist waren die Tage der Projektwoche auch umrahmt von gemeinsamen Gebeten, Hl. Messen und wunderbaren Abendreflexionen. Auch die Abendgestaltungen trugen dazu bei, die Gemeinschaft zu stärken.

Schließlich haben die Jugendlichen am letzten Tag ihre Zertifikate überreicht bekommen und waren wirklich stolz auf sich selbst. Für alle Teilnehmenden war es ein wunderschönes, neues und unvergessliches Erlebnis. Sie haben versprochen, dass sie noch viele Male dabei sein werden.

Pfarrer Leonardo Šardi / Konrad J. Haase

Weitere Eindrücke von einer anderen Projektwoche in Ludbreg – Projekt tjedan u Ludbregu (2018)

 

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Projektwoche in Schuchinsk/ Kasachstan – „Wir brauchen einander“

Vom 02. bis 08. Juli kamen über 29 Jugendliche zur zweiten Projektwoche in Schuchinsk/ Kasachstan  zusammen, die unter dem Motto stand: „Wir brauchen einander“ . Ziel der Projektwoche war es, Jugendliche für das Thema Down-Syndrom zu sensibilisieren und ihnen zu zeigen, dass Kinder mit Down-Syndrom eine Würde haben und ein Geschenk sowie eine Bereicherung für unsere Gesellschaft sind. Gott hat uns so geschaffen, dass niemand nutzlos ist. Wir sind aufgerufen, uns gegenseitig zu helfen und einander mit unseren Gaben zu bereichern. „Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat!“ (1. Petrus 4,10) 

Zu Beginn der Projektwoche stand ein Text der Sozialenzyklika Fratelli tutti (FT) im Mittelpunkt. In diesem ausgewählten Text (FT Nr. 56ff.) hebt Papst Franziskus, durch das Gleichnis vom barmherzigen Samariter, die Rolle jedes Einzelnen hervor, um die Probleme in der Gesellschaft zu erkennen und diese zu beseitigen. Es ist ein Fehler zu denken, dass es nur die Aufgabe der Politiker ist. Die Jugendlichen arbeiteten in Gruppen an diesem Text und den damit verbundenen Fragestellungen für sie selbst. Hierbei diskutierten sie vor allem, welche Probleme sie in ihrer Umgebung sehen und wie sie konkret zu deren Überwindung beitragen können.

In den nächsten Tagen arbeiten wir mit Frau Eva Krajčova, Direktorin der Katholischen Caritas und des Rehabilitationszentrums für Kinder mit Down-Syndrom, zusammen. Sie stellte den Teilnehmenden die Organisation Katholische Caritas als eines der Werkzeuge vor, mit denen die Kirche ihre Aufgabe erfüllt, Bedürftigen zu helfen und eine bessere Welt aufzubauen. Da eines der gravierenden sozialen Probleme in Westkasachstan die sehr schlechte Betreuung von Kindern mit Behinderungen ist, hat die Katholische Caritas in drei Gemeinden unserer Administratur ein Rehabilitationszentrum für Kinder mit Down-Syndrom eröffnet. Frau Krajčova zeigte durch Vorträge, verschiedene Videos und Filme auf, was das Down-Syndrom ist und wie man Kindern mit diesem Syndrom helfen kann. Wir sind oft in Versuchung, Kinder mit Down-Syndrom so zu betrachten, als ob sie nur eine Belastung für die Gesellschaft wären, als ob sie nur uns bräuchten aber wir sie nicht. Wir können denken, dass wir für sie ein Geschenk sind, aber sie können nur passive Empfänger dieser Geschenke sein – wir geben, sie nehmen. In Wirklichkeit verläuft der Geschenkprozess jedoch nicht in eine Richtung, sondern in beide Richtungen. Diese Kinder sind auch Geschenk für unsere Gesellschaft. Es geht also um eine gegenseitige Bereicherung. Wir haben uns im weiteren Teil des Projekts auf die Werte konzentriert, die wir von diesen Kindern mit Behinderung erfahren dürfen. Niemand auf Erden ist nutzlos und unnötig. Gott hat uns so geschaffen, dass WIR EINANDER BRAUCHEN.Zum Ende der Projektwoche nahmen wir an einem Treffen mit Obdachlosen in Nursultan teil. Im Rahmen eines gemeinsamen Mittagessens konnte so ein bereichernder Austausch stattfinden. Außerdem kombinierten wir eine Exkursion im Nationalpark Burabay mit dem Sammeln von Müll und Abfall in der Natur.

 

 

 

 

 

 

 

Wir vollendeten das Projekt bei den Ordensschwestern von der Gemeinschaft der Seligpreisungen in Koschetau. Die Ordensschwestern bereiteten für uns einen Motivationsvortrag zum Thema Dienst vor und berichteten uns über ihre sozialen Aktivitäten ihrer Gemeinschaft auf der ganzen Welt. Schließlich fand am Ende eine feierliche Übergabe der Urkunden für die Teilnehmenden statt.

Peter Nakacka / Konrad J. Haase

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Internationales Austausch-Forum für ehemalige Jugendliche von socioMovens

Ende April trafen sich 23 Jugendliche und Partnerinnen und Partner von socioMovens aus sechs Partnerländern zum internationalen Austausch in digitaler Form

Aufgrund der derzeitigen Möglichkeiten wurde  ein internationales Austausch-Forum für ehemalige Jugendliche organisiert, um allem Social Distancing zum Trotz ein Zeichen der Gemeinschaft in digitaler Form zu setzen. 

Nach einer Begrüßung und Einstimmung mit dem socioMovens Video von der letzten internationalen Präsenzveranstaltung, in Budapest 2018, starteten wir in eine Warm Up-Runde zum Kennenlernen. Im Rahmen des Kennenlernens beschrieben die Teilnehmenden das Whiteboard, um anzugeben, von wo sie gerade digital zugeschaltet sind: 

Abschließend lockerte das Spiel “Everyone who” die Jugendlichen auf und brachte sie näher zusammen. Schnell zeigte sich so, dass einige der Teilnehmenden gerade studieren und mindestens die Hälfte auch schon in Budapest 2018 dabei war. 

In guter socioMovens-Tradition gab Thorsten von der Fazenda da Esperança in Xanten einen spirituellen Impuls zum Thema “Gemeinsam auf dem Weg sein”. Zuerst  beteten wir gemeinsam, jeder in seiner Sprache, das VaterUnser. Ausgehend von dem Bibeltext Lk 24,13-35 machte Thorsten eine Betrachtung des Bibeltextes. Gerade mit Blick auf die derzeitige Corona-Pandemie zeigte er auf, dass viele Menschen, wie die Jünger Jesu, enttäuscht und traurig sind. Aber mit dem Glauben an die Auferstehung des Herrn und den Beginn möglicher Änderungen im Hier und Jetzt dürfen wir auf eine bessere Welt und Zeit hoffen.

Gestärkt starteten wir in sechs kleine sogenannten “Breakout rooms”, um den digitalen Austausch zu aktuellen Aktivitäten, die im Rahmen der Hygieneregeln stattfinden, auf nationaler Ebene zu ermöglichen. Hierbei wurde deutlich, dass trotz oder gerade aufgrund der derzeitigen Situation Engagement weiterhin möglich und auch notwendig ist. So berichtete die polnische Gruppe aus Poznan, dass sie jeden Samstag an der Essenausgabe für bedürftige Menschen helfen. Die Gruppe aus Lipova in Rumänien erzählte begeistert von vielen kleinen Aktionen, in denen sie Lebensmittelpakete an sozial benachteiligte Menschen in der Stadt verteilt haben. Zudem haben sie dieses Jahr zum orthodoxen Osterfest Kindern kleine Osterpakete überbracht, ein schönes Zeichen der Solidarität in der Gesellschaft und zu anderen Kirchen. 

Anschließend intensivierten wir den internationalen Austausch, indem die Teilnehmenden international gemischt in kleine Gruppen geschickt wurden. Hierdurch hatten die Teilnehmenden noch einmal mehr die Möglichkeit sich besser kennen zu lernen und sich über die jeweilige Arbeit der local communities auszutauschen. Nach zwei Durchgängen kamen wir noch einmal alle in der großen Runde zusammen. 

Insgesamt war bei allen Teilnehmenden die Freude über dieses stattgefundene Treffen  groß und auch der Wunsch da, ein solches Treffen zu wiederholen. Auch wenn digitale Treffen große Veranstaltungen in Präsenz nicht ersetzen können, konnte so die gemeinsame Verbundenheit gestärkt werden.